MikrounternehmerKleine & Mittelgroße UnternehmenIn Microfinance investieren

Mikrofinanz kann definiert werden als die Bereitstellung des Zugangs zu Kapital und Finanzdienstleistungen in Volkswirtschaften mit niedrigem Einkommen.

Mikrofinanz - Eine Einführung

Mikrofinanz ermöglicht sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen den Zugang zu Krediten, Überweisungen, Zahlungsdiensten, Versicherungen und anderen grundlegenden Finanzprodukten.

Von sämtlichen von Armut betroffenen Menschen zählen lautSchätzungen rund 500 Millionen zu den „active poor“, diein Form von Mikrounternehmen ihr Einkommen verbessernkönnen und folglich einen Bedarf an Krediten und anderenFinanzdienstleistungen haben. Menschen mit geringem Einkommenoder Vermögen werden von traditionellen Banken jedochoft als „nicht bankfähig“ erachtet und sind daher als Kundenausgeschlossen.

Vom Mikrokredit zum Mikrounternehmer

Es geht darum, Menschen Wege zur Selbstbestimmung zu eröffnen und um kommerzielle Investitionen in einem großen, vielversprechenden Markt mit unternehmerischer Dynamik zu tätigen.

Armut kann reduziert werden, wenn wirtschaftlich armen Menschen Chancen eröffnet werden. Es gibt Millionen von Beispielen, welche die enorme Energie verdeutlichen, die durch den Zugang zu Krediten und Know-how freigesetzt wird.

Im Gegensatz zu konventionellen Kreditinstituten vergeben Mikrofinanz-Institute Kleinkredite ohne bankübliche Sicherheiten. Stattdessen kommen andere Kredit-Mechanismen zur Anwendung:

• Mikrokredite sind in der Regel kleine Kreditbeträge, die oft bei unter 100 US-Dollar beginnen und im Laufe einer Kundenbeziehung ein Vielfaches dieses Betrages erreichen können.
Oft werden gruppenbasierte Kredite vergeben. Die Mikrokredite besitzen kurze Laufzeiten und werden auf Wochenbasis zurückbezahlt.
Mikrofinanz-Berater gehen zum Kunden vor Ort. Von besonderer Bedeutung ist der persönliche Charakter während der gesamten Laufzeit. Die Kreditberatung wird oftmals von einem „Unternehmens-Coaching“begleitet.

Die Vergabe von Mikrokrediten erfolgt in den Entwicklungs- und Schwellenländern durch Mikrofinanz-Institute.Das sind spezialisierte, lokal verankerte Organisationen. Sie ermöglichen nicht nur eine enge Kontrolle des Mikrokreditnehmers, sondern auch eine langfristige Zusammenarbeit. Eine solche Kundenbeziehung ist für den Erfolg des Modells entscheidend. Erfahrungsgemäß werden mehr als 97 % der Raten pünktlich gezahlt. Auch die Kredit-Ausfallsrate liegt mit durchschnittlich 1,1 % deutlich unter den Wertberichtigungen traditioneller Geldinstitute.

Die potenzielle Nachfrage nach Mikrokrediten übersteigt mit rund 250 Mrd. US-Dollar das zur Verfügung stehende Kapital zur Kreditvergabe deutlich. Diese Größenordnung zeigt das noch nicht erschlossene Wachstumspotenzial von Mikrofinanz. Mittlerweile hat sich die Branche weiterentwickelt und schließt nun auch die Finanzierung kleinerer und mittlerer Unternehmen in den Begriff ein.



Kleine und mittlere Unternehmen – das„fehlende Puzzlestück“

Nicht nur Personen stehen der Finanzierungsbarriere gegenüber. Noch immer liegt das größte Wachstumshindernis für kleine Unternehmen im Zugang zur Finanzierung, insbesondere in Märkten mit geringem und mittlerem Einkommen. Diese Unternehmen schaffen Millionen von Arbeitsplätzen und haben deswegen eine zentrale Rolle für die wirtschaftliche Entwicklung.

Der Enabling Microfinance Fund zielt insbesondere darauf ab, Mikrofinanzinstitute (MFIs) und Finanzierungsvermittler für Kleinunternehmen (SEFIs) zu unterstützen und einer aufstrebenden Bevölkerung von Kleinunternehmen ein umfassenderes Wachstum in diesem Sektor zu ermöglichen.

Kleine und mittlere Unternehmen sind der Wachstumsmotor in Schwellenländern, wobei das Tempo ihres Wachstums von den ihnen zugänglichen Finanzierungsquellen abhängt.

Bestehende Finanzierungsquellen für KMU in Schwellen- und Frontier-Märkten sind inoffizielle Geldverleiher,Geschäftskredite, Leasing und Lieferantenkredite. Die Kreditbedingungen sind schwer erfüllbar und erzeugenkeine positive Wirkung, da sehr hohe Zinsen gefordert werden und das notwendige Coaching fehlt. Deshalbbewirkt die Berücksichtigung der Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen in Volkswirtschaften mitgeringem Einkommen nicht nur eine spürbare Wertschöpfungskette, sondern auch eine wichtige soziale undfinanzielle Wertschöpfungsmöglichkeit für Anleger, die Positives bewirken wollen.

Darum unterstützt der Enabling Microfinance Fonds besonders Mikrofinanz-Institute undFinanzierungsvermittler für Kleinunternehmen (SEFI), um so einer aufstrebenden Gruppe von Kleinunternehmenein integrativeres Wachstum in diesem Sektor zu ermöglichen. Mit diesem Auftrag verfolgt der Fonds alsdoppeltes Ziel nicht nur die finanzielle Rentabilität, sondern auch soziale Verantwortung und eine nachhaltigeWirkung. Auf diese Weise verpflichten wir uns selbst neben finanziellen auch sozialen Zielen.

Im Besonderen zielt der Fonds darauf ab, ca. 50 % seines Vermögens in die Entwicklung von kleinen undmittleren Unternehmen in Volkswirtschaften mit geringem Einkommen zu investieren.


Investitionen in den Mikrofinanz-Sektor

Mikrofinanz-Investitionen kamen vor rund zehn Jahren auf und kombinierten eine greifbare Wertschöpfungskette für Anleger mit einem einfachen Nutzenversprechen: die Finanzierung von mikroökonomischer Aktivität in Schwellenländern.

Die Mikrofinanz-Investitionsbranche hat sich zu einer attraktiven Anlageklasse entwickelt, was vor allem auf das Dual-Return-Profil zurückzuführen ist. Mikrofinanzanlagen ermöglichen es Investoren, einen doppelten Investmentansatz zu verfolgen, bei dem sowohl soziale als auch finanzielle Renditen berücksichtigt werden.

Im Allgemeinen besteht der wirtschaftliche Nutzen einer Mikrofinanzanlage aus überdurchschnittlichen Geldmarktrenditen, geringer Volatilität und einer geringen Korrelation zu den meisten der traditionellen Anlageklassen.

Unter sozialen Gesichtspunkten leisten Anleger einen Beitrag zur Armutsreduzierung in Entwicklungsländern,indem sie den Ausbau des Mikrofinanz-Sektors fördern, z.B. durch die Verkleinerung der Finanzierungslücke und Bereitstellung stabiler und voll währungsabgesicherter Finanzierungsmöglichkeiten für MFI. Damit können MFI ihre Kapitalstruktur stärken, und einigen sehr entwickelten MFI ist es manchmal sogar möglich, nachrangige ausländische Darlehen zu mobilisieren. Je mehr Mikrokredite an Mikrokreditnehmer vergeben werden, desto grösser ist letztlich die Armutsreduktion in Entwicklungsländern insgesamt.

Unter ökonomischen Gesichtspunkten ist die Mikrofinanzierung für Privatanleger in erster Linie aus zweierlei Gründen interessant: Zunächst weisen entwickelte Mikrofinanz-Institute eine attraktive Rendite auf. Für Anleger ist eine gute Bonität der Mikrokreditnehmer wichtig, da diese auch die Finanzlage des MFI insgesamt stärkt.Die Rentabilität kann so schlussendlich erhöht werden und gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit, dass die Ursprungsinvestition zum Fälligkeitstermin vollständig zurückgezahlt wird.

Des Weiteren haben Untersuchungen gezeigt, dass sich Mikrofinanz-Investitionen positiv auf die Diversifizierung des Portfolios auswirken. Beispielsweise hat Mikrofinanz in der Finanzkrise so wie in allen anderen Jahren eine stabile positive Rendite erzielt. Der Grund für diese geringe Korrelation liegt im Wirtschaftsumfeld der Mikrounternehmen, die sich in einem Markt bewegen, der weitgehend von den Entwicklungen auf den Weltmärkten entkoppelt ist. Das lässt auf eine gewisse Unabhängigkeit von Mikrofinanz-Anlagen gegenüber makroökonomischen Schocks, die eine erhebliche Auswirkung auf konventionelle Banken haben, schließen.